Campingstühle und -tische fressen im Kofferraum vor allem durch ungünstige Packreihenfolge und die falsche Bauart Platz, nicht durch ihre reine Größe. Wer schwere, flache Teile zuerst stehend an die Rückwand stellt und Stühle ineinandersteckt statt einzeln abzulegen, gewinnt oft ein Drittel der eigentlich nutzbaren Fläche zurück. Klapptische mit abnehmbaren Steckbeinen lassen sich zusätzlich flach unter anderes Gepäck schieben.
Die genauen Packmaße hängen stark vom Modell ab – die folgenden Schritte funktionieren als Grundprinzip für die meisten Falt- und Klappmöbel, nicht als exakte Anleitung für ein bestimmtes Fabrikat oder eine Fahrzeugklasse.
Wann lohnt sich platzsparendes Verstauen besonders?
- Du fährst einen Kleinwagen oder Kombi mit begrenztem Kofferraum
- Ihr seid zu mehreren unterwegs, jede Person hat einen eigenen Stuhl
- Zusätzliche Ausrüstung wie Kühlbox, Zelt oder Getränkekisten muss auch noch hineinpassen
- Eine Mehrtagestour mit vollem Gepäck steht an, bei der jeder Zentimeter zählt
Warum Campingstuhl und Tisch so viel Platz fressen
Klappstühle und -tische wirken zusammengeklappt kompakt, nehmen im Kofferraum aber oft mehr Platz weg als nötig – meist liegt das an der Bauform, nicht an der reinen Größe. Ein Stuhl mit einfachem Gestänge lässt sich mit anderen Stühlen kombinieren, ein Sessel-Klappstuhl mit festem Rahmen dagegen kaum. Gerade in Kleinwagen und Kombis entscheiden oft wenige Zentimeter Bauhöhe darüber, ob ein Tisch noch flach liegt oder quer gestellt werden muss und damit eine ganze Ladefläche blockiert.
| Typ | Packmaß (typisch) | Stapelbarkeit |
|---|---|---|
| Klappstuhl mit X-Gestänge | flach, ca. 90–100 x 15–20 cm | gut stapelbar, mehrere Stühle ineinander steckbar |
| Klapptisch mit Steckbeinen | Platte + separate Beine, oft unter 10 cm Höhe | sehr gut stapelbar, passt unter andere Gegenstände |
| Sessel-Klappstuhl mit Wabenbespannung | sperrig, ca. 70 x 30–40 cm | schlecht stapelbar, braucht meist ein eigenes Fach |
| Klapptisch mit festen Beinen | starr, volle Tischgröße bleibt erhalten | nicht stapelbar, blockiert eine ganze Ebene |
Ein Sessel-Klappstuhl mit Wabenbespannung bietet mehr Sitzkomfort, lässt sich aber wegen der festen Rahmenform kaum mit anderen Stühlen kombinieren. Ein einfacher X-Rahmen-Stuhl ist weniger bequem, dafür deutlich platzsparender im Verbund mit anderen Stühlen gleicher Bauart. Wer regelmäßig zu mehreren campt, profitiert daher meist mehr vom platzsparenden Gestänge-Modell als vom einzelnen Komfortstuhl.
Wie du beim Packen vorgehst
Bevor du anfängst, Stühle und Tisch irgendwo hineinzuschieben, hilft ein fester Ablauf – er sorgt dafür, dass am Ende wirklich alles hineinpasst und nichts während der Fahrt verrutscht. Die Reihenfolge ist dabei wichtiger als die Frage, wie viele Teile du überhaupt transportierst.
Kofferraum komplett leeren und alle Teile nach Gewicht und Form sortieren.
Schwere, flache Teile wie den zusammengeklappten Tisch zuerst stehend an die Rückwand stellen.
Stühle zusammengeklappt ineinanderstecken oder flach gegen die Seitenwand legen.
Weiche Gegenstände wie Schlafsäcke oder Kleidung in die verbleibenden Lücken stopfen.
Alles mit einem Spanngurt oder Gepäcknetz gegen Verrutschen sichern.
Lose Gegenstände im Kofferraum werden bei einer Vollbremsung durch die Massenträgheit zu Geschossen. Auch scheinbar leichtes Gepäck wie ein Campingstuhl kann so zu einer echten Gefahr für die Insassen werden – Sicherung ist deshalb kein optionaler letzter Schritt, sondern fester Teil des Packvorgangs.
Deinen verfügbaren Platz gezielt nutzen
Wie viele Stühle liegend nebeneinander passen, hängt von der nutzbaren Kofferraumbreite ab. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte, keine Herstellerangaben – sie helfen dir, vorab realistisch einzuschätzen, wie viel wirklich hineingeht. Am genauesten wird die Einschätzung, wenn du einmal selbst mit einem Zollstock nachmisst, da die tatsächliche Breite je nach Radkasten und Innenverkleidung schwankt.
| Fahrzeugtyp | Nutzbare Breite für liegende Stühle | Hinweis |
|---|---|---|
| Kleinwagen (z. B. Polo-Klasse) | ca. 85–95 cm | meist nur 1–2 Stühle liegend, Rest hochkant |
| Kombi / Mittelklasse | ca. 100–110 cm | 3–4 Stühle liegend möglich |
| Van / Kombi mit umgeklappten Rücksitzen | über 120 cm | Tisch und Stühle liegend nebeneinander |
Bei einem Kombi mit rund 105 cm nutzbarer Breite passen vier X-Rahmen-Klappstühle ineinandergesteckt nebeneinander liegend hinein , während der Klapptisch mit Steckbeinen separat flach obenauf liegt – zusammen beanspruchen sie kaum mehr als eine Kofferraum-Ebene.
Vier Situationen aus der Praxis
Zwei Personen, ein Kombi der Polo-Klasse, zwei Klappstühle und ein kleiner Bistrotisch. Der Kofferraum ist mit Zelt und Rucksäcken schon gut gefüllt, sodass für die Möbel nur noch ein schmaler Streifen an der Seite übrig bleibt.
Vier Campingstühle, ein Klapptisch und zusätzlich eine 10-l-Kompressor-Kühlbox (z. B. EUHOMY-Modell, ca. 48 x 32 x 24 cm) für Getränke im Kofferraum eines Mittelklasse-Kombis. Bei vier Personen und mehreren sperrigen Teilen zahlt sich eine durchdachte Reihenfolge besonders aus.
Wenig klassischer Kofferraum, dafür Stauraum unter der Sitzbank. Ein Klapptisch mit Steckbeinen und zwei Stühle sollen dauerhaft verstaut bleiben, ohne bei jeder Fahrt neu gepackt werden zu müssen.
Nur ein Klapptisch und zwei leichte Stühle, dafür viel anderes Gepäck für eine Mehrtagestour. Hier zählt vor allem, dass die flachen Teile nicht ungenutzten Raum unter dem restlichen Gepäck blockieren.
Klappstuhl mit Gestänge vs. Sessel-Klappstuhl mit Wabenbespannung
Lässt sich flach zusammenlegen und mit weiteren Stühlen gleicher Bauart ineinanderstecken – ein kompletter Stuhlsatz braucht dadurch oft nicht mehr Platz als zwei Sessel-Klappstühle einzeln. Gerade bei mehreren Personen macht sich dieser Unterschied im Kofferraum deutlich bemerkbar.
Bietet mehr Sitzkomfort und Armlehnen, klappt aber durch den festen Rahmen sperriger und lässt sich kaum mit anderen Stühlen stapeln – braucht meist ein eigenes Fach im Kofferraum. Für eine einzelne Person oder kurze Ausflüge ist das oft kein Problem, bei mehreren Stühlen summiert sich der Platzbedarf aber schnell.
Bei kurzen Strecken oder wenn ohnehin genug Kofferraum vorhanden ist, überwiegt für viele der Komfortgewinn des Sessel-Stuhls den Platzverlust – die richtige Packreihenfolge bleibt trotzdem entscheidend, damit auch der sperrigere Stuhl nicht zum Stolperstein für das restliche Gepäck wird.
Was beim Verstauen oft vergessen wird: Ladungssicherung
Ein zusammengeklappter Campingstuhl wiegt oft nur 2–4 kg , wird aber bei einer Notbremsung durch die Massenträgheit trotzdem zum Risiko. Ein einfaches Gepäcknetz oder ein Spanngurt zwischen den Verzurrösen im Kofferraum reicht in den meisten Fällen aus. Viele Kombis und Vans bringen solche Ösen bereits werkseitig im Kofferraumboden mit, sodass keine zusätzliche Ausrüstung nötig ist.
Die drei häufigsten Fehler
Fazit: Reihenfolge schlägt Kofferraumgröße
Wie viel Platz Campingstuhl und Tisch am Ende beanspruchen, hängt weniger von der Kofferraumgröße als von der Packreihenfolge und der Bauart der Möbel ab. Steckbein-Tische und X-Rahmen-Stühle lassen sich fast immer platzsparender verstauen als sperrige Sessel-Varianten, unabhängig davon, ob du einen Kleinwagen oder einen Van fährst.
Leere zuerst den Kofferraum, sortiere nach Gewicht, stecke Stühle wenn möglich ineinander – und sichere am Ende alles gegen Verrutschen, unabhängig davon, wie leicht die Ausrüstung wirkt. Mit dieser Reihenfolge passt in den meisten Fahrzeugen spürbar mehr Gepäck hinein, ohne dass du in ein größeres Auto investieren musst.